Was war zu tun?

Aus der Geschichte lernen

Die Entwicklung im Möhnetal hatte nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für den Menschen weitreichende Folgen.

Durch die Begradigung fließt der Fluss schneller.

Seine Kraft richtet sich meist auf den Untergrund, er gräbt sich in die Landschaft ein. So verschwinden Gewässerstrukturen wie Mäander, Flutmulden und Nebenarme.


Auch die Verbindung zwischen Gewässer und Aue geht verloren.





Die Hochwasserwelle verbleibt im Gewässer und kann sich nicht in der Aue ausbreiten, wo sie abgebremst und gepuffert würde. Das Hochwasser bewegt sich ungebremst flussabwärts und kann dort schwerwiegende Schäden verursachen.

In der Aue führt die intensive oder fehlende Bewirtschaftung zu einem Verlust der Artenvielfalt.Standortfremde Fichtenbestände nehmen den Talgrund ein und bilden unüberwindbare Hindernisse für Falter und Libellenarten.


Zurück zur Natur


Der Begriff „Renaturierung“ bedeutet eigentlich „die Wiederherstellung der Funktion der Natur“. Mit dem Ziel der Wiederherstellung der typischen Lebensräume wurde von 2010 bis 2016 im Möhnetal geplant und gearbeitet.

LIFE im Gewässer:

Querbauwerke und Wehre wurden umgebaut, sodass sie für Fische und andere Bachorganismen wieder passierbar sind. Durch Laufverlängerung konnte der Möhne ein Stück ihres ursprünglichen Bachbetts zurückgegeben werden. Das durch Begradigung entstandene, unnatürliche Gefälle wird nun über eine längere Strecke abgebaut. So gräbt sich der Fluss nicht weiter in die Tiefe. Totholz ist ein Initial für die Gewässerdynamik. Den „letzten Schliff“ erledigt die Möhne nun selbst bei jedem neuen Hochwasser. Bachschotter wird zu neuen Kiesbänken umgelagert und neue Lebensraumstrukturen im Gewässer entstehen.

LIFE im Wald:

Fichtenforste in der Aue haben negative Auswirkungen, sie beschatten ganzjährig das Gewässer und stellen unüberwindbare Hindernisse für Insekten dar. Auwaldtypische Pflanzen und Tiere finden dort keinen Lebensraum. In großen Abschnitten des Möhnetals wurden diese Nadelbäume entfernt, damit sich wieder natürliche Laubwälder entwickeln können. Unmittelbar am Gewässerrand keimen die ersten Schwarzerlen. An trockeneren Standorten wurde durch gezielte Pflanzung (Buche, Eiche, Schwarzerle) nachgeholfen.


LIFE im Grünland:

Nach den zum Teil aufwändigen Rodungs -und Entbuschungsarbeiten konnten die ehemaligen Grünlandbereiche wieder in Nutzung genommen werden. Heute werden feuchte Standorte durch die Beweidung mit Rindern offen gehalten und so das erneute Aufwachsen von Gehölzen verhindert. Die trockeneren Flächen werden wieder gemäht und entwickeln sich zu artenreichen Mähwiesen.